Mieter verstorben Wohnung räumen darf kein Vermieter auf eigene Faust. Der Mietvertrag endet mit dem Tod nicht, sondern geht auf die Verlassenschaft über – so sehen es Mietrechtsgesetz und bürgerliches Recht vor. Eintrittsberechtigte Angehörige rücken automatisch nach und können nur binnen 14 Tagen ablehnen. Geräumt wird erst nach schriftlicher Freigabe durch eine verfügungsberechtigte Person – für uns die wichtigste Unterlage vor jedem Einsatz.
Mieter verstorben Wohnung räumen – für Vermieter ist das ein Ausnahmefall: Die Wohnung steht leer, der Mietzins läuft weiter, und trotzdem darf niemand ausräumen. Wir sehen in der Praxis beide Fehler: Wer zu früh handelt, riskiert eine Besitzstörungsklage; wer zuwartet, zahlt den Leerstand.
Dieser Beitrag beantwortet „Mieter verstorben Wohnung räumen“ aus Vermietersicht: betreten, kündigen, freigeben lassen, räumen. Dazu kommen eine Zehn-Punkte-Checkliste und ein Musterbetreff aus unserer Einsatzpraxis.
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Mieter verstorben Wohnung räumen: Was gilt für den Mietvertrag?
Der Mietvertrag bleibt aufrecht – der Tod beendet ihn nicht. Das Allgemeine bürgerliche Gesetzbuch ordnet das für Bestandverträge aller Art an, das Mietrechtsgesetz eigens für den Mietvertrag – zwei eigenständige Bestimmungen mit demselben Ergebnis.
Neuer Vertragspartner ist die Verlassenschaft: Sie führt die Rechtsposition der verstorbenen Person fort und ist bis zur Einantwortung ein eigenes Rechtssubjekt. Für Sie heißt das: Vorschreibungen laufen weiter, nur der Adressat ändert sich.
Vorsicht bei deutschen Ratgebern. Wer „Mieter verstorben Wohnung räumen“ sucht, landet oft auf deutschen Seiten. Das deutsche Bürgerliche Gesetzbuch mit seiner Monatsfrist und der Nachlasspflegschaft gilt in Österreich nicht. Hier zählen die 14-Tage-Frist des Mietrechtsgesetzes für die Ablehnung des Eintritts, die gerichtliche Kuratorbestellung und die Aufkündigung über das Gericht.
Hauptmiete, Untermiete und mehrere Hauptmieter
Bei „Mieter verstorben Wohnung räumen“ entscheidet zuerst die Vertragsstufe. Das Eintrittsrecht gilt nur für den Hauptmieter einer Wohnung; ein Untermieter leitet daraus kein eigenes Recht ab. Sein Untermietvertrag endet trotzdem nicht, denn auch er ist ein Bestandvertrag – Vermieterin wird die Verlassenschaft.
Einen Räumungsanspruch gegen ihn haben Sie erst mit dem Ende des Hauptmietverhältnisses. Anders bei mehreren Hauptmietern: Der überlebende Mitmieter bleibt aus eigenem Recht Hauptmieter. Bevor wir räumen, klären wir deshalb immer, wer im Vertrag steht.
In welchen Gebäuden gilt das Mietrechtsgesetz überhaupt?
Maßgeblich ist die Baubewilligung, mit eigenen Stichtagen für Miet- und Eigentumswohnungen. Was bei „Mieter verstorben Wohnung räumen“ je Anwendungsbereich gilt, zeigt die Tabelle.
Anwendungsbereich | Typische Objekte | Was im Todesfall gilt |
Vollanwendung des Mietrechtsgesetzes | Mietwohnungen mit Baubewilligung vor dem 30. Juni 1953, Eigentumswohnungen vor dem 8. Mai 1945, geförderte Wohnungen | Eintrittsrecht naher Angehöriger, gesetzliche Kündigungsgründe, Aufkündigung nur über das Gericht |
Teilanwendung | Ohne Förderung errichtet, Baubewilligung nach dem 30. Juni 1953, Eigentumswohnungen nach dem 8. Mai 1945, Dachbodenausbau oder Zubau nach dem 31. Dezember 2001 | Eintrittsrecht und Kündigungsschutz bleiben aufrecht |
Vollausnahme | Zweitwohnung zu Erholungszwecken, Dienstwohnung, Gebäude mit höchstens zwei selbstständigen Wohnungen oder Geschäftsräumen | Kein Eintritt nach dem Mietrechtsgesetz, nur allgemeines bürgerliches Recht |
Quelle: RIS, 28. August 2026
Die Teilanwendung wird unterschätzt: Auch im Neubau tritt die Familie ein, auch dort kündigen Sie nur über das Gericht. Die Baubewilligung entscheidet nicht über den Eintritt, sondern über die Mietzinshöhe.
Befristete Verträge: der teuerste Fallstrick
Auch ein befristeter Vertrag läuft nach dem Tod weiter. Heikel ist der Ablauftermin: Wird er weder verlängert noch aufgelöst, gilt der Vertrag nach dem Mietrechtsgesetz einmalig als auf fünf Jahre erneuert, bei nicht unternehmerischen Vermietern auf drei Jahre – danach unbefristet.
Für „Mieter verstorben Wohnung räumen“ heißt das: Endet die Befristung vor der Einantwortung, lösen Sie den Vertrag rechtzeitig gegenüber der Verlassenschaft auf – sonst hängen Sie fünf Jahre ohne Mieter fest.
Wer darf nach § 14 MRG in den Mietvertrag eintreten?
Eintrittsberechtigt sind nahe Angehörige mit gemeinsamem Haushalt und dringendem Wohnbedürfnis – automatisch kraft Gesetzes, ohne Zustimmung des Vermieters. Bei „Mieter verstorben Wohnung räumen“ ist das der erste Prüfschritt; wir stellen diese Frage bei jeder Anfrage zuerst.
Wer nicht fortsetzen will, muss das binnen 14 Tagen nach dem Tod des Hauptmieters dem Vermieter bekanntgeben; eine bestimmte Form verlangt das Mietrechtsgesetz im Rechtsinformationssystem des Bundes nicht. Wer bei „Mieter verstorben Wohnung räumen“ nachrückt, zeigt die Übersicht.
Personenkreis | Zusätzliche Voraussetzung | Wo geregelt |
Ehegatte | Gemeinsamer Haushalt in der Wohnung, dringendes Wohnbedürfnis | Mietrechtsgesetz |
Eingetragener Partner | Wie Ehegatte | Eingetragene Partnerschaft-Gesetz samt Mietrechtsgesetz |
Lebensgefährte | Drei Jahre wirtschaftlich einer Ehe gleiche Haushaltsgemeinschaft in der Wohnung oder gemeinsamer Bezug von Anfang an | Mietrechtsgesetz |
Verwandte in gerader Linie, Wahlkinder, Geschwister | Gemeinsamer Haushalt, dringendes Wohnbedürfnis | Mietrechtsgesetz |
Ausnahme Seniorenwohnung | Verwandte in absteigender Linie samt Wahlkindern nicht eintrittsberechtigt | Mietrechtsgesetz |
Ablehnung des Eintritts | Binnen 14 Tagen ab Tod an den Vermieter; Schriftform empfohlen, aber nicht gefordert | Mietrechtsgesetz |
Quelle: RIS, 28. August 2026
Tritt jemand ein, hat sich „Mieter verstorben Wohnung räumen“ erledigt, bevor es beginnt – solche Anfragen enden bei uns am Telefon. Eintretende haften auch für Mietzins und Verbindlichkeiten aus der Mietzeit der verstorbenen Person, mehrere zur ungeteilten Hand.
Bei Verträgen, die am 1. März 1994 bestanden haben, dürfen Sie gegenüber eintretenden Ehegatten, Lebensgefährten und minderjährigen Kindern den Mietzins nicht anheben. Bei anderen Eintretenden erlaubt das Mietrechtsgesetz die Anhebung auf den gesetzlich zulässigen Betrag, höchstens 4,51 Euro je Quadratmeter Nutzfläche und Monat (Stand 1. April 2026; Stammbetrag 2,64 Euro). Auf Verträge ab dem 2. März 1994 ist diese Anhebungsregel nicht anzuwenden. Die Kategoriebeträge steigen seit dem Dritten Mietrechtlichen Inflationslinderungsgesetz jährlich zum 1. April; das Fünfte deckelt die Anhebung mit 1 Prozent (2026) und 2 Prozent (2027).
Darf ich als Vermieter die Wohnung des verstorbenen Mieters betreten?
Nein – eigenmächtig ist das rechtswidrig und bei „Mieter verstorben Wohnung räumen“ die häufigste Fehlerquelle in unserer Praxis. Solange das Mietverhältnis besteht, hat die Verlassenschaft den Besitz; das Allgemeine bürgerliche Gesetzbuch verbietet eigenmächtige Störung und Selbsthilfe außerhalb der gesetzlichen Wege. Sonst drohen Schadenersatz und eine Besitzstörungsklage, binnen 30 Tagen ab Kenntnis einzubringen.
Zulässig ist der Zutritt nur zur Gefahrenabwehr – Wasserrohrbruch, Gasgebrechen, Brandverdacht. Ziehen Sie Feuerwehr oder Polizei bei und halten Uhrzeit und Anlass fest.
Sichern darf nur das Verlassenschaftsgericht: Der Gerichtskommissär lässt versperren, versiegeln oder verwahren, wenn Vermögen der Abhandlung entzogen zu werden droht. Dritte, auch Angehörige und Mitbewohner, haben jede Verfügung zu unterlassen.
Praktisch heißt das für „Mieter verstorben Wohnung räumen“: Schlüssel von Angehörigen sind kein Auftrag – auch für uns nicht. Ein Zylindertausch gehört abgesprochen; heben Sie den alten Zylinder auf und protokollieren jeden Zutritt.
Wer vertritt die Verlassenschaft: Erben, Notar oder Kurator?
Das hängt vom Verfahrensstand ab. Zuständig ist das Bezirksgericht am letzten Gerichtsstand der verstorbenen Person; es beauftragt einen Notar als Gerichtskommissär, der die Todesfallaufnahme durchführt und die Erben ermittelt.
Erben, die eine Erbantrittserklärung abgegeben und ihr Erbrecht ausgewiesen haben, dürfen die Verlassenschaft verwalten und vertreten, mehrere gemeinsam. Genau sie erteilen den Räumungsauftrag, den wir vor jedem Einsatz schriftlich verlangen.
Für Ihre Forderungen zählt die Art der Erklärung: Wer unbedingt erklärt, haftet persönlich und unbeschränkt; wer bedingt erklärt, nur bis zur Höhe der inventarisierten Verlassenschaft. Der Notar ist nicht Ihr Vertragspartner, bestätigt aber früh, wer verfügungsberechtigt ist. Den Ablauf erklärt unser Ratgeber zur Verlassenschaft in Österreich.
Wenn niemand erbt: Kurator, Zahlungs statt und der Bund
Ohne Erben verzögert sich „Mieter verstorben Wohnung räumen“ oft um Wochen. Fehlt eine verfügungsberechtigte Person, bestellt das Gericht einen Verlassenschaftskurator als Ansprechpartner für Kündigung, Freigabe und Räumung.
Reicht das Vermögen nicht, überlässt das Gericht die Verlassenschaft den Gläubigern an Zahlungs statt; wer übernimmt, wird verfügungsberechtigt. Ohne Aktiva oder bis 5.000 Euro unterbleibt die Abhandlung, sofern niemand die Fortsetzung beantragt. Erwirbt die Verlassenschaft niemand, kann sich der Bund sie aneignen.
Wer kann den Mietvertrag kündigen und mit welcher Frist?
Kündigen können beide Seiten, aber nicht auf demselben Weg: Das bürgerliche Recht gibt Erben wie Vermieter nach dem Todesfall ein Sonderkündigungsrecht, unabhängig von der Vertragsdauer. Im Anwendungsbereich des Mietrechtsgesetzes kündigt der Vermieter jedoch nur über das Gericht und braucht einen gesetzlichen Kündigungsgrund – nach einem Todesfall vor allem den, dass niemand mit dringendem Wohnbedürfnis eintritt. Wer bei „Mieter verstorben Wohnung räumen“ welchen Weg hat, zeigt die Übersicht.
Wer kündigt | Wo geregelt | Form | Frist und Termin |
Verlassenschaft bzw. erbserklärte Erben | Allgemeines bürgerliches Gesetzbuch | Gerichtlich oder schriftlich | Bei Monatszins einen Monat vor dem Termin zuzustellen |
Eintretende Person | Mietrechtsgesetz | Gerichtlich oder schriftlich | Wie bei jedem Hauptmietvertrag |
Vermieter im Anwendungsbereich des Mietrechtsgesetzes | Mietrechtsgesetz | Nur über das Gericht | Einen Monat vor dem Termin, Termin ist der Monatsletzte |
Vermieter im Vollausnahmebereich | Allgemeines bürgerliches Gesetzbuch | Nach den allgemeinen Regeln | Gesetzliche Frist, mehr Möglichkeiten als im Mietrechtsgesetz |
Quelle: RIS, 28. August 2026
Rechnen Sie mit einem streitigen Verfahren: Die Gegenseite kann binnen vier Wochen Einwendungen erheben, danach wird wie über eine Klage verhandelt. Dazu kommt die Pauschalgebühr nach dem Gerichtsgebührengesetz; Streitwert ist der Zins der strittigen Zeit.
Der Kündigungsgrund lässt sich nicht nachschieben; lassen Sie die Aufkündigung anwaltlich verfassen. Allgemeine Fristen erklärt unser Ratgeber zur Kündigung eines Wiener Mietvertrags. Räumen und Beenden laufen parallel: Miete, Betriebskosten und Räumungskosten trägt die Verlassenschaft.
Was mit der Kaution passiert
Am Ende von „Mieter verstorben Wohnung räumen“ steht die Kautionsabrechnung. Die Kaution sichert nach dem Mietrechtsgesetz Ansprüche aus dem Mietverhältnis; endet es, rechnen Sie berechtigte Forderungen ab und zahlen den Rest samt Zinsen an die Verlassenschaft, später an den Erben.
Räumungskosten dürfen Sie nur gegenrechnen, soweit die Wohnung geräumt zurückzustellen war. Tritt jemand ein, läuft dasselbe Mietverhältnis weiter: Die Kaution bleibt gewidmet, eine zusätzliche Sicherstellung ist unzulässig.
Mieter verstorben Wohnung räumen: Ab wann und wie lange dauert es?
Geräumt werden darf, sobald eine verfügungsberechtigte Person schriftlich beauftragt; die Einantwortung müssen Sie meist nicht abwarten. Diese Zeitachse für „Mieter verstorben Wohnung räumen“ ist ein Erfahrungswert aus unseren Einsätzen und verschiebt sich bei unbekannten Erben.
- Woche 1 – Todesfall dokumentieren. Sterbeurkunde zum Akt, Meldedaten abfragen.
- Woche 1 bis 3 – Eintrittsrecht prüfen. Die 14-Tage-Erklärung der Angehörigen abwarten.
- Woche 2 bis 4 – Gerichtskommissär kontaktieren. Notar erfragen, Todesfallaufnahme klären.
- Ab Woche 1 – sichern statt räumen. Zylinder nur nach Absprache tauschen, Zutritte protokollieren.
- Ab Woche 2 – Mietzins weiterverrechnen. Vorschreibungen an die Verlassenschaft richten.
- Woche 4 bis 12 – Ansprechpartner klären. Fehlt die Erbantrittserklärung, Kuratorbestellung anregen.
- Nach Klärung – Kündigung veranlassen. Die Verlassenschaft kündigt, sonst Sie über das Gericht.
- Eine Woche davor – Räumungsfreigabe einholen. Schriftlich, durch Erben, Kurator oder Übernehmer.
- Ein bis drei Tage – Räumung und Übergabe. Fotoprotokoll, Inventarliste, besenrein, Kaution.
Schritt 8 und 9 übernehmen wir samt Räumung von Verlassenschaften mit Dokumentation.
Was Sie dem Verlassenschaftsgericht schreiben
Eine kurze Eingabe beschleunigt „Mieter verstorben Wohnung räumen“ spürbar. Richten Sie sie an das Bezirksgericht, zu Handen des Notars, mit dem Betreff „Verlassenschaftssache nach [Name], verstorben am [Datum] – Forderungsanmeldung und Anregung der Kuratorbestellung“. Drei Sätze tragen sie:
- „Die Einschreiterin ist Vermieterin der Wohnung [Adresse, Türnummer]; das Mietverhältnis besteht über den Tod des Mieters hinaus fort.“
- „Angemeldet wird eine Forderung von derzeit [Betrag] Euro an Mietzins und Betriebskosten, laufend anwachsend.“
- „Da kein Erbe ausgewiesen ist, wird die Bestellung eines Verlassenschaftskurators angeregt.“
Legen Sie Mietvertrag, Kontoauszug und Zustellnachweise bei.
Was Sie nicht entsorgen dürfen und wie Sie alles belegen
Nicht alles in der Wohnung ist Räumgut: Manches zählt zur Verlassenschaft oder löst Meldepflichten aus. Nach diesen Regeln gehen wir bei jeder Verlassenschaftsräumung vor.
Fundstück | Richtiges Vorgehen |
Bargeld, Schmuck, Sammlungen | Nicht verwerten, sondern auflisten, fotografieren und der verfügungsberechtigten Person oder dem Gerichtskommissär übergeben |
Sparbücher, Urkunden, Verträge, Testamente | Gesondert verwahren, protokolliert übergeben; Testamente an den Notar |
Waffen der Kategorie B oder C, verbotene Waffen, Kriegsmaterial | Unverzüglich der Behörde anzeigen – das verlangt das Waffengesetz; Kriegsmaterial der nächsten Militär- oder Sicherheitsdienststelle |
Elektronische Datenträger: PC, Handy, Festplatten, USB-Sticks | Nicht auslesen, protokolliert übergeben; erst nach schriftlichem Verzicht datenschutzkonform vernichten |
Fotoalben, Briefe, persönliche Unterlagen | Immer aufheben und übergeben, nie entsorgen – auch ohne Geldwert |
Haustiere | Sofort versorgen, Tierschutzverein oder TierQuarTier Wien verständigen |
Medikamente, Chemikalien, Altöl | Getrennt als Problemstoffe entsorgen, Übernahmebeleg zum Akt |
Quelle: oesterreich.gv.at, 28. August 2026
Die Anzeigepflicht trifft denjenigen, in dessen Obhut die Waffen sind; Zuwarten ist unzulässig. Erben haben danach zwölf Monate für den Berechtigungsnachweis.
Dokumentationskette, die vor Gericht hält
Ein Fundstückprotokoll entkräftet den Vorwurf, es sei etwas beiseitegeschafft worden. Verlangen Sie – auch von uns – fünf Bestandteile: Fotoprotokoll jedes Raumes, Inventarliste der auffälligen Gegenstände, einen unbeteiligten Zeugen bei Öffnung und Übergabe, Wiegescheine als Mengennachweis und den Entsorgungsnachweis des befugten Sammlers.
Laufende Verträge, Daueraufträge und Pensionsrückforderung
Melden Sie nichts selbst ab – das tun auch wir nicht. Stimmen Sie die Reihenfolge mit Kurator oder Erben ab: Strom, Gas, Internet, Telefon, ORF-Beitrag, Versicherungen, Meldeamt und Nachsendeauftrag, dazu Kellerabteil, Dachbodenabteil und Garage.
Rechnen Sie mit Rückbuchungen: Daueraufträge laufen weiter, die Bank sperrt das Konto, die Pensionsversicherung fordert zu viel überwiesene Beträge zurück. Führen Sie Mietzinseingänge bis zur Klärung offen.
Zehn-Punkte-Checkliste für die Hausverwaltung
- Sterbeurkunde zum Akt nehmen, Todestag notieren.
- Meldedaten prüfen: Wer war zuletzt gemeldet?
- Eintrittsrecht prüfen, Eingang der 14-Tage-Erklärung bestätigen.
- Vertragstyp klären: Haupt-, Unter- oder Mitmiete, Anwendungsbereich.
- Bezirksgericht und Gerichtskommissär ermitteln, Forderung anmelden.
- Wohnung sichern, Zutritte dokumentieren, nicht eigenmächtig öffnen.
- Vorschreibungen an die Verlassenschaft richten.
- Kündigungsweg festlegen: Verlassenschaft oder gerichtliche Aufkündigung.
- Schriftliche Räumungsfreigabe einholen und ablegen.
- Übergabe protokollieren, Kaution abrechnen, archivieren.
Sonderfälle in Wien: Gemeindebau, Altbau, Praxisfall
Drei Konstellationen weichen bei „Mieter verstorben Wohnung räumen“ vom Standardablauf ab.
Gemeindebau und Genossenschaft
Im Gemeindebau gelten dieselben Grundlagen, dazu die Verfahrensregeln von Wiener Wohnen. Melden mehrere Personen Interesse an, muss binnen eines Monats ab dem Todesfall eine Einigung erfolgen. Der Antrag muss binnen drei Monaten einlangen.
Verlangt werden unter anderem Sterbeurkunde, Verwandtschaftsnachweise sowie eine Amtsbestätigung oder der rechtskräftige Verlassenschaftsbeschluss mit einer natürlichen Person als Vertretung. Übernimmt niemand, sind die erbserklärten Erben zuständig; Genossenschaftswohnungen folgen dem Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetz.
Spät entdeckter Todesfall im Altbau
Wird eine Person erst nach Wochen gefunden, ändert sich der ganze Auftrag: Geruch zieht in Estrich, Putz und Holz, Insektenbefall breitet sich aus, kontaminierte Möbel sind kein Sperrmüll mehr. Planen Sie Sonderreinigung, Desinfektion, Geruchsneutralisierung und notfalls den Rückbau von Bodenaufbauten ein. Wir bieten die Grundreinigung als eigene Leistung an; den Umfang klären wir bei der kostenlosen Besichtigung.
Beispiel aus der Praxis: Zinshaus in Wien-Ottakring
Eine Hausverwaltung meldete eine Zweizimmerwohnung mit 58 Quadratmetern im dritten Stock ohne Lift. Der Mieter war kinderlos verstorben, ein Kurator gab schriftlich frei. Drei Personen räumten an zwei Tagen rund 22 Kubikmeter und übergaben besenrein; Sparbuch, Urkunden und Fotoalben gingen samt Fotoprotokoll und Wiegescheinen an ihn.
Selbst organisieren oder einen Fachbetrieb beauftragen?
Die Schwelle lässt sich bei „Mieter verstorben Wohnung räumen“ klar ziehen – und oft brauchen Sie uns nicht: Ein Objekt mit wenig Hausrat, Lift und ohne Erbenkonflikte erledigen Sie mit zwei Helfern und ein paar Fahrten zum Mistplatz selbst. Für einen Fachbetrieb sprechen aus unserer Erfahrung vier Situationen: über etwa 40 Quadratmeter mit vollem Hausrat, Altbau ohne Lift, mehrere Erben oder ein Kurator sowie Problemstoffe, Verwahrlosung oder Geruchsbelastung. Ausschlaggebend ist selten der Preis, sondern die Nachweispflicht: Verlangt jemand Rechenschaft, brauchen Sie Dokumentation, Inventarliste und Entsorgungsnachweis aus einer Hand.
Rechnen Sie den Faktor Zeit mit. Die MA 48 verrechnet ihren Entrümpelungsdienst mit 65 Euro je Kubikmeter aus Hof, Keller oder bis zum ersten Stock. Dazu kommen 5 Euro je Kubikmeter und Stockwerk ohne Lift, alles inklusive 10 Prozent Umsatzsteuer (siehe Tarifübersicht der Stadt Wien). Die Halteverbotszone kostet 58 Euro netto. Abgeholt wird laut Seite zum Entrümpelungsdienst in sechs bis vierzehn Werktagen. Bei hohem Mietzins wiegt die Wartezeit schwerer als der Tarifunterschied.
Eine Größenordnung liefert unser Kostenrechner für Entrümpelungen: 30 Euro je Quadratmeter bei normalem Hausrat, 40 Euro bei starkem, 50 Euro bei viel Hausrat, dazu 150 Euro je Etage ohne Aufzug. Für 62 Quadratmeter im dritten Stock ergibt das 2.310 Euro als Richtwert. Den Ablauf zeigt unsere Wohnungsräumung zum Fixpreis, die laufende Objektbetreuung die Betreuung von Zinshäusern.
Fazit: Mieter verstorben Wohnung räumen: Reihenfolge schlägt Tempo
Bei „Mieter verstorben Wohnung räumen“ entscheidet die Reihenfolge, nicht das Tempo. Prüfen Sie zuerst Vertragstyp, Befristung und Eintrittsrecht. Dann klären Sie den Ansprechpartner, kündigen, lassen schriftlich freigeben und räumen erst danach – jeden Schritt belegt. Das verkürzt den Leerstand und sichert Sie gegenüber später auftretenden Erben ab. Für die Abnahme gelten dieselben Kriterien wie bei jedem Mietende, die Details behandelt unser Ratgeber zur Wohnungsübergabe in Wien.
Wir räumen Wohnungen nach Todesfällen in Wien, Niederösterreich und im Burgenland mit kostenloser Besichtigung, schriftlichem Fixpreis ohne Nachforderung und besenreiner Übergabe. Die Neukunden-Gutschrift von 100 Euro gilt nach den jeweils gültigen Aktionsbedingungen. Rufen Sie an unter +43 664 99 84 99 55, schreiben Sie an office@raeumung4you.at oder vereinbaren Sie einen Besichtigungstermin.
Wer kündigt den Mietvertrag, wenn der Mieter stirbt?
Kündigen können die Verlassenschaft, die erbserklärten Erben, eine eingetretene Person oder der Vermieter. Im Voll- und Teilanwendungsbereich des Mietrechtsgesetzes kündigt der Vermieter nur über das Gericht und braucht einen gesetzlichen Grund – nach einem Todesfall vor allem: kein dringendes Wohnbedürfnis eintrittsberechtigter Personen mehr.
Wer zahlt den Mietzins bis zur Räumung der Wohnung?
Die Verlassenschaft, weil sie Vertragspartnerin bleibt. Nach der Einantwortung haften Erben mit unbedingter Erbantrittserklärung persönlich und unbeschränkt, mit bedingter nur bis zur Höhe der inventarisierten Verlassenschaft. Ist sie überschuldet, entscheidet der gerichtliche Beschluss über die Überlassung an die Gläubiger. Melden Sie Forderungen früh an.
Was tun, wenn keine Erben bekannt sind?
Regen Sie beim Verlassenschaftsgericht die Bestellung eines Verlassenschaftskurators an; er wird Ihr Ansprechpartner für Kündigung und Freigabe. Ohne Aktiva oder bis 5.000 Euro kann die Abhandlung unterbleiben. Erwirbt die Verlassenschaft niemand, kann sich der Bund sie aneignen.
Darf die Hausverwaltung Möbel des Verstorbenen entsorgen lassen?
Nur mit schriftlichem Auftrag einer verfügungsberechtigten Person: erbserklärte Erben mit ausgewiesenem Erbrecht, Kurator oder Übernehmer der Verlassenschaft. Sonst drohen Besitzstörung und Schadenersatz. Bargeld, Schmuck, Urkunden, Fotoalben und Datenträger sind auch dann kein Räumgut, sondern protokolliert zu übergeben – ohne diese Regelung beginnen wir keine Räumung.
Wann darf die Wohnung geräumt werden – vor oder nach der Einantwortung?
Beides ist möglich. Entscheidend ist bei „Mieter verstorben Wohnung räumen“ nicht die Einantwortung, sondern die Verfügungsberechtigung. Erben mit ausgewiesenem Erbrecht dürfen schon vorher beauftragen, ebenso der Kurator oder ein Übernehmer der Verlassenschaft. Ohne diesen Nachweis warten Sie besser zu.
Welche Unterlagen braucht der Fachbetrieb für die Freigabe?
Erstens den schriftlichen Räumungsauftrag der verfügungsberechtigten Person. Zweitens den Nachweis dieser Berechtigung: Amtsbestätigung, Kuratorbestellung oder gerichtlicher Überlassungsbeschluss. Drittens die Kontaktdaten des Notars und die Zugänge samt Nebenräumen. Viertens eine schriftliche Regelung zu Wertgegenständen, Urkunden und Datenträgern. Genau diese vier Punkte fragen wir bei der kostenlosen Besichtigung ab.
Weitere Informationen
- oesterreich.gv.at: Abwicklung eines Verlassenschaftsverfahrens
- RIS: Mietrechtsgesetz, §§ 14, 16b, 21, 33, 35
Über diesen Beitrag und unsere Quellen
Dieser Beitrag stammt vom Team von Räumung 4 You. Wir räumen seit Jahren Ordinationen, Gewerbeobjekte und Wohnimmobilien in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland. Die beschriebenen Abläufe, Zeitangaben und Beispiele stammen aus eigenen Aufträgen.
Rechtlicher Hinweis: Dieser Beitrag gibt den Stand August 2026 wieder und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Vor gerichtlichen Schritten, insbesondere vor einer Aufkündigung, empfehlen wir die Abklärung mit einer Rechtsanwältin oder einem Rechtsanwalt.
Amtliche Quellen und Behördeninformationen:
- Umgang mit Verlassenschaften und Fundstücken, oesterreich.gv.at
- Informationsblatt „Erben von Waffen“ (Anzeigepflicht, zwölf Monate für den Berechtigungsnachweis), oesterreich.gv.at
- ORF-Beitrag seit 1. Jänner 2024 (ORF-Beitrags Service GmbH), oesterreich.gv.at
- Erweiterte Weitergabe und Wohnungsübernahme im Todesfall (Einigung binnen eines Monats, Antrag binnen drei Monaten), wienerwohnen.at
- Tarifübersicht Sperrmüllabholung und Entrümpelung (65 €/m³ inkl. 10 % USt, 5 €/m³ je Stockwerk ohne Lift, Halteverbotszone 58 € netto) sowie Entrümpelungsdienst der MA 48 (Abholung in 6 bis 14 Werktagen), wien.gv.at




