Eine Räumung bei Insolvenz beauftragt der gerichtlich bestellte Insolvenzverwalter, bezahlt wird sie aus der Insolvenzmasse. Meldet der Verwalter dem Gericht, dass die Masse nicht mehr für alle Masseforderungen reicht, hält er die Zahlungen an die Massegläubiger an; gebotene Verwaltungs- und Verwertungsschritte darf er weiter setzen und bezahlen. In der Praxis beauftragt und finanziert dann meist der Vermieter. Richtwert laut Kostenrechner von Räumung 4 You: 30 bis 50 Euro je Quadratmeter.
Wird ein Betrieb insolvent, wechseln über Nacht die Zuständigkeiten. Wer gestern unterschrieben hat, darf heute keinen Auftrag mehr vergeben. Wer die Schlüssel besitzt, darf trotzdem nicht räumen. Beide Irrtümer begegnen uns täglich.
Dieser Beitrag beschreibt die Räumung bei Insolvenz für jene, die sie anstoßen: Insolvenzverwalter, Vermieter und Hausverwaltungen.
Was ist eine Räumung bei Insolvenz und wer beauftragt sie?
Eine Räumung bei Insolvenz ist die Entleerung und Rückstellung eines Betriebsobjekts nach der Verfahrenseröffnung. Den Auftrag erteilt der Insolvenzverwalter, nicht der bisherige Inhaber. Drei Punkte unterscheiden sie von einer geplanten Betriebsschließung: Auftraggeber, Reihenfolge und Nachweispflicht.
Zunächst der Auftraggeber. Die Praxis nennt den gerichtlich bestellten Insolvenzverwalter bis heute Masseverwalter; offiziell umbenannt wurde er mit einer Insolvenzrechtsreform 2010. Nur bei Eigenverwaltung bleibt der Schuldner handlungsfähig, überwacht von einem Sanierungsverwalter. Bevor wir räumen, klären wir, wer im Verfahren unterschreiben darf.
Zweitens die Reihenfolge: Verwertbares Inventar gehört zur Masse, denn daraus sollen Erlöse für die Gläubiger entstehen. Drittens ist jeder Schritt dokumentationspflichtig, weil der Verwalter dem Gericht Rechnung legt. Eine Firmenauflösung in der Insolvenz folgt damit einer anderen Logik als eine geplante Schließung, bei der wir einen Betrieb ohne Verfahrensdruck von der Sichtung bis zur Übergabe auflösen.
Beteiligte | Rolle im Verfahren | Darf räumen lassen? |
Insolvenzverwalter (Masseverwalter) | verwertet die Masse, legt dem Gericht Rechnung | ja, außer bei Eigenverwaltung |
Schuldner, Geschäftsführung | verliert die Verfügung über die Masse | nur bei Eigenverwaltung |
Insolvenzgericht | bestellt den Verwalter, bewilligt die Schließung | nein |
Gläubigerausschuss | bestimmt die Art der Verwertung | nein, wirkt mit |
Vermieter, Hausverwaltung | wartet auf die Rückstellung des Objekts | erst nach Freigabe |
Leasinggeber, Vorbehaltslieferant | darf sein Eigentum aussondern | nein |
Rechtsgrundlage ist die Insolvenzordnung in geltender Fassung. Vergibt der Masseverwalter Räumung und Verwertung an einen Betrieb wie unseren, bleibt er dem Gericht gegenüber verantwortlich.
Sanierungsverfahren oder Konkurs: Wann folgt die Räumung bei Insolvenz?
Vollständig geräumt wird meist erst nach der Berichtstagsatzung, die laut Insolvenzordnung höchstens 90 Tage nach der Eröffnung liegt. Ob eine Räumung bei Insolvenz ansteht, entscheidet der Verfahrenstyp.
Im Sanierungsverfahren soll das Unternehmen fortbestehen: Der Schuldner bietet mindestens 20 Prozent binnen zwei Jahren an, bei Eigenverwaltung mindestens 30 Prozent. Standorte werden dann meist verkleinert. Für uns heißt das oft Teilräumung statt Komplettauflösung.
Im Konkursverfahren folgt die Entscheidung einem festen Fahrplan: Bei der Berichtstagsatzung beschließen die Gläubiger über Fortführung, Schließung oder Sanierungsplan. Erst mit der gerichtlich bewilligten Schließung wird eine vollständige Räumung bei Insolvenz realistisch.
Zeitachse eines Konkursverfahrens:
Termin | Frist laut Insolvenzordnung | Bedeutung für die Räumung |
Insolvenzedikt | Tag der Eröffnung | Verfahrenstyp, Gericht und Verwalter stehen fest |
Erste Gläubigerversammlung | meist binnen 14 Tagen | Weichenstellung zur Fortführung |
Anmeldefrist der Forderungen | meist 14 Tage vor der Prüfungstagsatzung | Vermieter meldet Rückstände an |
Berichtstagsatzung | höchstens 90 Tage nach Eröffnung | Beschluss über Fortführung oder Schließung |
Schließungsbeschluss | Bewilligung des Gerichts | erst danach wird geräumt |
Vor der Berichtstagsatzung wird selten geräumt, danach oft kurzfristig. Wer im Jänner die Auflösung erklärt, bekommt den Schlüssel selten vor dem Frühjahr.
Bestandvertrag und Freigabe: Wann darf der Vermieter handeln?
Frühestens nach der Freigabe durch den Verwalter. Bis dahin vergehen oft Wochen bis Monate. Der Bestandvertrag endet nicht automatisch mit der Eröffnung. Die Insolvenzordnung gibt dem Verwalter bei laufenden Verträgen die Wahl, sie zu erfüllen oder zurückzutreten; das Mietverhältnis über das Betriebsobjekt kann er unter Einhaltung der gesetzlichen oder einer kürzer vereinbarten Frist kündigen. Für eine Räumung bei Insolvenz bestimmt das, wie lange Bestandzins als Masseforderung anfällt.
Umgekehrt ist der Vermieter stärker gebunden: Könnte die Vertragsauflösung die Fortführung des Unternehmens gefährden, darf er bis sechs Monate nach der Eröffnung nur aus wichtigem Grund auflösen. Weder eine verschlechterte wirtschaftliche Lage noch der Verzug mit älteren Forderungen zählt als solcher. Ein für den Insolvenzfall vereinbartes Rücktrittsrecht ist unwirksam.
Handlungsfähig wird der Vermieter meist erst durch die Freigabe aus der Masse, das Ausscheiden von Sachen aus der Verfügung des Verwalters. Einen Weg dorthin nennt die Insolvenzordnung: Der Gläubigerausschuss kann mit Genehmigung des Gerichts beschließen, Sachen von unbedeutendem Wert nicht zu verwerten, sondern dem Schuldner zu überlassen.
Eigenmächtig geht das nicht. Werden Einrichtungsstücke aus dem Bestandobjekt entfernt, muss der Vermieter binnen drei Tagen um die pfandweise Beschreibung ansuchen, sonst erlischt sein gesetzliches Pfandrecht. Zum Räumen berechtigt es ihn nicht. Bei einer Firmenauflösung in der Insolvenz entscheidet bis zur Freigabe allein der Verwalter; Aufträge nehmen wir nur von seiner Kanzlei an.
Was gilt, wenn das Insolvenzverfahren gar nicht eröffnet wird?
Dann gibt es weder Verwalter noch Masse noch Freigabe. Dieser Fall ist häufig. Laut Insolvenzstatistik des KSV1870 meldeten im ersten Halbjahr 2026 3.449 österreichische Unternehmen Insolvenz an. 1.444 Fälle wurden mangels kostendeckenden Vermögens nicht eröffnet, also 42 Prozent.
Trotz unzureichenden Vermögens eröffnet das Gericht nur, wenn der Antragsteller einen aufgetragenen Kostenvorschuss rechtzeitig erlegt; sonst wird der Antrag abgewiesen. Den Vorschuss erhält er später nur als Masseforderung zurück. Warum Massen oft knapp sind, zeigt die Entlohnung des Verwalters: mindestens 3.000 Euro zuzüglich Umsatzsteuer, dazu degressive Prozentsätze vom Bruttoerlös, beginnend mit 20 Prozent der ersten 22.000 Euro.
Ohne Eröffnung bleibt dem Vermieter der Weg über Räumungsklage und Räumungsexekution nach der Exekutionsordnung: Das Vollstreckungsorgan entfernt Personen und bewegliche Sachen und übergibt das Objekt dem betreibenden Gläubiger. Nicht übernommene Sachen verwahrt es auf Kosten des Verpflichteten; nach gerichtlicher Bewilligung dürfen sie verkauft werden. Die Kosten trägt zunächst der Vermieter. Eine Räumung bei Insolvenz im engeren Sinn findet hier nicht statt. Wir kommen meist erst nach der Exekution ins Spiel.
Für die Forderungsanmeldung sind die vier bevorrechteten Gläubigerschutzverbände die erste Anlaufstelle: KSV1870, Alpenländischer Kreditorenverband, Österreichischer Verband Creditreform und Insolvenzschutzverband für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.
In welcher Reihenfolge läuft eine Räumung bei Insolvenz ab?
Eine Räumung bei Insolvenz startet erst, wenn die Verfügungsbefugnis schriftlich geklärt ist, denn ein Schlüssel ersetzt keine Freigabe. Wer ohne Zustimmung Massevermögen entfernt, riskiert Schadenersatz. So gehen wir vor:
- Verfahren prüfen. Das Insolvenzedikt in der Ediktsdatei der Justiz zeigt Verfahrenstyp, Gericht und Kanzlei des Verwalters.
- Auftraggeber bestätigen lassen. Schriftliche Beauftragung mit Objektadresse, Umfang und Freigabe zur Verwertung einholen.
- Zutritt organisieren. Schlüsselübergabe protokollieren, Alarmanlage prüfen, Zutrittsrechte Dritter aufheben.
- Bestand aufnehmen. Inventarliste, Fotodokumentation und Zählerstände vor der ersten Bewegung.
- Fremdeigentum kennzeichnen. Leasing, Eigentumsvorbehalt und Kommissionsware getrennt lagern.
- Verwertung abstimmen. Ankauf, Versteigerung oder Restpostenverkauf schriftlich festlegen.
- Räumung durchführen. Verwertbares zuerst, dann Wertstoffe, zuletzt Restabfall und gefährliche Abfälle.
- Übergabe protokollieren. Besenrein übergeben, Fotoprotokoll, Schlüsselrückgabe, Nachweise beilegen.
Ohne Schritt 4 kann der Masseverwalter Räumung und Verwertung nicht gegeneinander abrechnen. Bei jeder Insolvenzräumung Wien geht das Angebot an die Kanzlei des Verwalters, nicht an den Geschäftsführer.
Häufige Fehler bei der Räumung bei Insolvenz
Diese Fehler sehen wir oft:
- Auftrag vom bisherigen Geschäftsführer annehmen. Er ist nicht mehr verfügungsbefugt.
- Räumen vor der Inventarliste. Ohne Bestandsaufnahme lässt sich kein Erlös zuordnen.
- Fremdeigentum mitentsorgen. Leasing- und Vorbehaltsware führt zu Schadenersatz.
- Halteverbotszone zu spät beantragen. Zehn Werktage Vorlauf lassen sich nicht verkürzen.
- Unterlagen vernichten statt übergeben. Die Aufbewahrungsfristen laufen weiter.
- Räumen ohne eröffnetes Verfahren. Dann entscheidet das Exekutionsgericht.
Welche Gegenstände dürfen bei einer Räumung bei Insolvenz nicht mit?
Alles, was Dritten gehört, bleibt stehen, bis der Berechtigte es abholt. Die Insolvenzordnung hält fest, dass diese Aussonderungsrechte von der Eröffnung unberührt bleiben und sich nach den allgemeinen Regeln des Zivilrechts richten. Bei jeder Räumung bei Insolvenz sichern wir deshalb zuerst vier Gruppen:
- Leasinggegenstände: Fahrzeuge, Stapler, Kopierer, Kassensysteme, Küchen- und Kältetechnik. Der Leasinggeber bleibt Eigentümer.
- Ware unter Eigentumsvorbehalt: nicht vollständig bezahlte Lieferungen. Der Lieferschein entscheidet, nicht der Lagerort.
- Kommissionsware: Ware, die erst mit dem Verkauf ins Eigentum übergeht, typisch im Buch-, Mode- und Schmuckhandel.
- Miet- und Beistellgeräte: Getränkekühler, Kaffeemaschinen, Spielgeräte, Werbedisplays, gemietete Regalsysteme.
Wichtig für Vermieter: Würde die Herausgabe die Fortführung des Unternehmens gefährden, kann der Eigentümer sie in den ersten sechs Monaten grundsätzlich nicht fordern. Leasinggeräte bleiben deshalb manchmal länger im Objekt, als es dem Vermieter lieb ist.
Holen Berechtigte trotz Aufforderung nicht ab, wird eingelagert statt entsorgt. Bewährt haben sich eine Abholaufforderung mit Frist, ein Verwahrprotokoll je Position und ein versperrter Lagerplatz. Persönliche Gegenstände aus Spinden zählen nicht zum Massevermögen; wir sammeln, protokollieren und bieten sie zur Abholung an. Schlüssel ehemaliger Mitarbeiter gehören gesperrt. Erst danach beginnt die eigentliche Räumung bei Insolvenz.
Wie wird das Inventar verwertet, selbst oder über eine Räumungsfirma?
Verwertung geht der Entsorgung vor. Wir liefern Verwertung, Entsorgung und Übergabe aus einer Hand. Der Insolvenzverwalter schlägt dem Gläubigerausschuss die günstigste Verwertungsart vor. Für große Schritte, also die Veräußerung des Unternehmens oder des beweglichen Vermögens, braucht er die Genehmigung von Gläubigerausschuss und Gericht; bekanntzumachen ist das 14 Tage vorher in der Ediktsdatei. Bei drohender erheblicher Wertminderung verkürzt sich die Frist auf acht Tage.
Verwertungsweg | Erlös | Dokumentation |
Ankauf durch Altwarenhandel | an die Masse, meist als Gutschrift gegen den Preis | Ankaufsaufstellung mit Inventarnummern |
Freihändiger Verkauf | an die Masse über das Massekonto | Kaufvertrag oder Rechnung je Käufer |
Gerichtliche Veräußerung | Verteilung durch das Exekutionsgericht | Gerichtsbeschluss, Versteigerungsprotokoll |
Erlös bringen aus unserer Erfahrung Gastronomietechnik aus Edelstahl, Schankanlagen, Werkstattmaschinen und vollständige Ladeneinrichtungen; wenig bis nichts Ladenbau nach Maß und Spanplattenmöbel. Bevor der Masseverwalter Räumung und Entsorgung freigibt, prüft er den Verwertungswert. Bei der kostenlosen Besichtigung schätzen wir Altwaren und rechnen sie gegen den Räumungspreis an.
Wer verwertet? Bis etwa 50 Quadratmeter Bürofläche ohne Technik brauchen Sie uns nicht, das erledigen Sie selbst günstiger. Darüber wird Eigenregie meist teurer als der Fixpreis.
Kriterium | Selbst organisieren | Räumungsfirma beauftragen |
Geeignet für | kleine Büros, Akten, wenige Möbel | Lokale, Werkstätten, Lager, Gefahrstoffe |
Kostenrisiko | offene Stunden, Container, Nachforderungen | Fixpreis nach kostenloser Besichtigung |
Verwertung | Einzelverkauf, hoher Zeitaufwand | Schätzung und Wertanrechnung gegen den Preis |
Nachweise | selbst zu beschaffen | Wiegescheine, Entsorgungsnachweise, Fotoprotokoll |
Abfallübernahme | bleibt beim Auftraggeber | durch einen abfallrechtlich berechtigten Entsorgungspartner |
Insolvenzverwalter haften gegenüber dem Gericht für die Auswahl. Fragen Sie jeden Anbieter – auch uns – nach GISA-Nummer, Erlaubnis nach dem Abfallwirtschaftsgesetz, EDM-Registrierung, Betriebshaftpflicht und Entsorgungspartnern. Ohne diese Nachweise scheidet ein Anbieter für eine Firmenauflösung in der Insolvenz aus.
Was kostet die Räumung bei Insolvenz und wer bezahlt sie?
Rechnen Sie mit 30 bis 50 Euro je Quadratmeter, dazu 150 Euro je Etage ohne funktionierenden Aufzug. Eine Räumung bei Insolvenz folgt preislich derselben Logik wie jede Gewerberäumung: Fläche mal Befüllungsgrad plus Etagenzuschlag. Der Kostenrechner von Räumung 4 You setzt 30 Euro je Quadratmeter bei normalem, 40 Euro bei starkem und 50 Euro bei viel Hausrat an.
Richtwerte für Betriebsräumungen in Wien 2026, gerechnet wie dort, wo wir Gewerbeobjekte leerräumen:
Objekt | Fläche und Befüllung | Richtwert | Wer zahlt üblicherweise |
Büroeinheit, Erdgeschoß | 80 m², normaler Bestand | 2.400 € | Masse (Masseforderung) |
Geschäftslokal, Erdgeschoß | 120 m², starker Bestand | 4.800 € | Masse (Masseforderung) |
Gastronomie mit Küche | 200 m², starker Bestand | 8.000 € | Masse, Wertanrechnung mindert den Preis |
Lager im 2. Stock ohne Lift | 250 m², viel Hausrat | 12.500 € + 300 € | Masse oder Vermieter |
Die Werte sind unverbindlich; über 300 Quadratmeter kalkulieren wir nach Besichtigung. Kostentreiber sind erfahrungsgemäß Kühlzellen, Fettabscheider, Altöl und Lackreste.
Beauftragt der Verwalter, ist die Rechnung eine Masseforderung; die gesetzliche Rangordnung reiht solche übrigen Masseforderungen zuletzt. Reicht die Masse nicht mehr für alle Massegläubiger, zeigt der Verwalter das dem Gericht an und hält mit deren Befriedigung inne; gebotene Verwaltungs- und Verwertungshandlungen bleiben zulässig und sind sofort zu bezahlen. Danach beauftragt meist der Vermieter auf eigene Rechnung. Acht weitere Fälle nennt der Ratgeber dazu, wer die Räumung zahlt.
Wie die Rechnung an die Masse gestellt wird
Die Rechnung geht an die Insolvenzmasse, nicht an die Kanzlei und nicht an den Schuldner. Üblich ist die Adressierung „Insolvenzmasse Firmenwortlaut, Aktenzeichen, vertreten durch den Insolvenzverwalter“. Den Zahlungsweg klären wir vorab schriftlich:
- Bestätigung, dass die Masse für die Räumungskosten ausreicht
- Kostenvorschuss, falls diese Bestätigung fehlt
- Wertanrechnung: Abzug des Ankaufswerts vom Räumungspreis
- Zeitpunkt der Rechnungslegung, meist nach der Übergabe
Vergibt der Masseverwalter Räumung und Verwertung gemeinsam, entsteht nur eine Rechnung. Der angerechnete Ankaufswert mindert den Rechnungsbetrag, ersetzt ihn aber nicht.
Welche Nachweise braucht der Insolvenzverwalter?
Der Verwalter legt dem Gericht Rechnung und muss jede Position belegen. Deshalb muss der Masseverwalter Räumung, Verwertung und Entsorgung getrennt nachweisen können. Eine Räumung bei Insolvenz ohne Dokumentation ist wertlos, selbst wenn besenrein übergeben wurde. In die Schlussmappe gehören:
- Inventarliste mit Positionsnummern, Stückzahlen und Zustand, vor der ersten Bewegung
- Fotoprotokoll von Übernahmezustand, Fremdeigentum und Endzustand jedes Raumes
- Verwertungsaufstellung mit Erlösen und Zuordnung zur Inventarliste
- Wiegescheine je Abfallart und Anlieferung
- Entsorgungsnachweise und, bei gefährlichen Abfällen, die Begleitscheindaten
- Übergabeprotokoll mit Zählerständen, Schlüsselanzahl und Unterschrift
- Rechnung mit getrennt ausgewiesener Wertanrechnung
Geschäftsunterlagen und Datenträger werden dagegen aufbewahrt, nicht entsorgt. Unternehmensrecht und Abgabenrecht verlangen jeweils sieben Jahre Aufbewahrung; bei einer aufgelösten GmbH läuft die Frist sieben Jahre ab dem Ende des Liquidationsjahres. Ordner, Personalakten und Server gehen beschriftet an den Verwalter; wir entsorgen so etwas nicht. Sicherheitsstufen und Vernichtungsprotokoll behandelt unsere Checkliste für die Büroauflösung. Nach der Abfallnachweisverordnung 2012 führen Sie zusätzlich Aufzeichnungen über Art, Menge, Herkunft und Verbleib der Abfälle. Die Nachweiskette einer Firmenauflösung in der Insolvenz endet nicht mit dem letzten Container.
Checkliste Insolvenzräumung Wien
- Insolvenzedikt geprüft, Verfahrenstyp und Verwalter notiert
- Schriftliche Beauftragung samt Freigabe zur Verwertung und Entsorgung
- Zahlungsweg geklärt: Masse, Kostenvorschuss oder Vermieter
- Inventarliste und Fotodokumentation vor der ersten Bewegung
- Fremdeigentum gekennzeichnet, Abholaufforderungen versendet
- Halteverbotszone beantragt oder Ladezone gesichert
- Entsorgungspartner und Begleitscheine fixiert
Insolvenzräumung Wien, Niederösterreich und Burgenland: Was ist kurzfristig möglich?
Eine kurzfristige Betriebsräumung im Insolvenzverfahren gelingt, wenn Freigabe, Zutritt, Stellplatz, Entsorgungswege und Personal vorher stehen. Drei Engpässe bestimmen den Starttermin einer Insolvenzräumung Wien, auch wenn wir Betriebsstandorte in einem Zug auflösen.
Der erste ist der Stellplatz. Eine kurzfristige Halteverbotszone für Ladetätigkeiten beantragen Sie bei der Magistratsabteilung 46, mindestens zehn Werktage vor Beginn. Die Stadt Wien nennt 21 Euro Bundesgebühr plus 6 Euro je Beilage, höchstens 36 Euro, dazu 37,78 Euro Verwaltungsabgabe. Die Tafeln stellt die antragstellende Person selbst auf, spätestens 24 Stunden vorher.
Der zweite sind die Entsorgungswege. Die 13 Mistplätze der MA 48 stehen Gewerbetreibenden mit Sitz in Wien offen, jedoch nur mit einem Kubikmeter pro Anlieferung und einer Einfahrt pro Tag. Gewerbefahrzeuge mit Nicht-Wiener Kennzeichen sind ausgeschlossen, Miet- und Möbelhausfahrzeuge dagegen unabhängig vom Kennzeichen zugelassen. Gewerbliche gefährliche Abfälle nehmen sie nicht an. Größere Mengen nimmt der Standort Rinter in der Percostraße 4 in 1220 Wien kostenpflichtig an; sonst führt der Weg über gewerbliche Entsorger.
Der dritte ist das Gebäude: In Gründerzeithäusern fehlt oft der Lastenaufzug, und viele Hausordnungen verbieten Lärm vor sieben Uhr früh.
In Niederösterreich und im Burgenland ist nicht das Handelsgericht Wien zuständig, sondern das Landesgericht am Unternehmenssitz, etwa St. Pölten, Wiener Neustadt, Korneuburg oder Eisenstadt. Statt Mistplätzen bestehen kommunale Altstoffsammelzentren; Halteverbotszonen bewilligt die Gemeinde oder die Bezirkshauptmannschaft.
Beispiel aus der Praxis
So läuft eine Insolvenzräumung Wien in der Gastronomie ab: Erdgeschoßlokal mit 200 Quadratmetern, Gastraum, Küche, Lager und Kellerabteil. Nach der Konkurseröffnung beauftragt der Verwalter. Zuerst wird das Inventar aufgenommen. Schankanlage, Kühlzelle und Gastronomietechnik gehen in die Verwertung, zwei Kaffeemaschinen werden als Beistellgeräte der Brauerei ausgesondert. Danach folgen Möbel, Geschirr und Restabfall, zuletzt die besenreine Übergabe. Dieses Muster ist typisch, kein Einzelfallbericht.
Fazit: Räumung bei Insolvenz braucht Freigabe, Reihenfolge und Nachweise
Eine Räumung bei Insolvenz gelingt, wenn drei Dinge stimmen: die schriftliche Freigabe durch den Insolvenzverwalter, die Reihenfolge Verwertung vor Entsorgung und eine lückenlose Nachweismappe. Ohne eröffnetes Verfahren führt der Weg dagegen über die Räumungsexekution nach der Exekutionsordnung. Eine Firmenauflösung in der Insolvenz ist Verfahrensarbeit, nicht bloß Transport.
Wir von Räumung 4 You übernehmen die Insolvenzräumung Wien und Einsätze in Niederösterreich und im Burgenland. Wir besichtigen kostenlos, nennen danach einen schriftlichen Fixpreis ohne Nachforderungen und übergeben besenrein, Entsorgung inklusive. Sie erreichen uns Montag bis Freitag von 8 bis 20 Uhr, am Wochenende von 8 bis 18 Uhr unter +43 664 99 84 99 55. Für Neukunden gilt eine Gutschrift von 100 Euro nach den jeweils gültigen Aktionsbedingungen.
Wer beauftragt die Räumung, wenn eine Firma insolvent ist?
In der Regel der gerichtlich bestellte Insolvenzverwalter. Er übernimmt mit der Eröffnung die Verfügung über das Massevermögen. Nur im Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung bleibt der Schuldner auftragsfähig, überwacht durch einen Sanierungsverwalter. Vermieter dürfen eine Räumung bei Insolvenz erst nach der Freigabe beauftragen, dann auf eigene Rechnung.
Wer zahlt die Räumung bei Insolvenz, wenn die Masse nicht ausreicht?
Beauftragt der Verwalter, ist die Rechnung eine Masseforderung. Zeigt er dem Gericht an, dass die Masse nicht mehr für alle Massegläubiger reicht, hält er mit deren Befriedigung inne; gebotene Verwaltungs- und Verwertungshandlungen bleiben zulässig und sind sofort zu bezahlen. Dann beauftragt meist der Vermieter.
Darf der Vermieter bei Insolvenz des Mieters selbst räumen lassen?
Nicht eigenmächtig. Solange das Objekt zur Masse gehört, entscheidet über eine Räumung bei Insolvenz der Verwalter. Könnte die Vertragsauflösung die Fortführung des Unternehmens gefährden, darf der Vermieter sechs Monate lang nur aus wichtigem Grund auflösen. Das gesetzliche Vermieterpfandrecht sichert nur Forderungen und berechtigt nicht zum Räumen.
Was passiert mit Leasinggeräten und Vorbehaltsware?
Sie gehören nicht zur Masse. Aussonderungsrechte bleiben von der Verfahrenseröffnung unberührt und richten sich nach den allgemeinen Regeln des Zivilrechts. Vor einer Räumung bei Insolvenz werden sie gekennzeichnet, getrennt gelagert und vom Berechtigten abgeholt. Würde die Herausgabe die Fortführung gefährden, kann sie sechs Monate lang grundsätzlich nicht verlangt werden.
Wer räumt, wenn das Insolvenzverfahren nicht eröffnet wird?
Wird der Antrag mangels kostendeckenden Vermögens abgewiesen, gibt es weder Verwalter noch Masse. Eine Räumung bei Insolvenz findet dann nicht statt; der Weg führt über Räumungsklage und Räumungsexekution nach der Exekutionsordnung. Zurückgelassene Sachen werden verwahrt; die Kosten trägt zunächst der betreibende Gläubiger.
Welche Nachweise erhält der Insolvenzverwalter nach der Räumung?
Nach jeder Räumung bei Insolvenz gehören in die Schlussmappe: Inventarliste, Fotoprotokoll von Übernahme und Endzustand, Verwertungsaufstellung mit Erlösen, Wiegescheine je Abfallart, Entsorgungsnachweise samt Begleitscheindaten sowie das Übergabeprotokoll und die Rechnung mit getrennter Wertanrechnung. So lassen sich Räumungskosten und Verwertungserlös auseinanderhalten.
Über diesen Beitrag und unsere Quellen
Dieser Beitrag stammt vom Team von Räumung 4 You. Wir räumen seit Jahren Ordinationen, Gewerbeobjekte und Wohnimmobilien in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland. Die beschriebenen Abläufe, Zeitangaben und Beispiele stammen aus eigenen Aufträgen.
Rechtlicher Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung; die Angaben geben den Stand vom August 2026 wieder. Einzelfragen (etwa Vorauszahlungsvereinbarungen, das Verhältnis der insolvenzrechtlichen Auflösungsbeschränkung zur sofortigen Vertragsaufhebung des allgemeinen Bestandrechts sowie die Reichweite des Vermieterpfandrechts im Insolvenzverfahren) sind vorab anwaltlich zu klären; die Gesetzesstellen dazu stehen in der Quellenliste. Name und Datum der fachlichen Prüfung stehen in der Standzeile am Beitragsanfang.
Amtliche Quellen
- Ediktsdatei der österreichischen Justiz
- oesterreich.gv.at
- Stadt Wien
- Unternehmensserviceportal
Gesetzesstellen
- Insolvenzordnung
- Exekutionsordnung
- Allgemeines bürgerliches Gesetzbuch
- Unternehmensgesetzbuch
- Abfallwirtschaftsgesetz 2002




